Heute an/mit meiner CBF gemacht

Habe einen Anlas Viento Turismo Hinterreifen montiert.
Mal schauen wie der sich verhält,der erste Eindruck ist positiv.
Von der italienischen Motorradpresse gibts nur Lob.
Ist auch viel preiswerter als die üblichen Marken.

Grüsse Helmuth :Froehlich3:
 
Wo hast du den bestellt? Finde den nur ungefähr zum gleichen Preis wie die anderen, d.h. ca. 280€ für den kompletten Satz (das hab ich auch für den T33 und zuvor für den Mutant hingelegt).
 
Letzte Woche das mit der CBF gemacht, was wir immer im Herbst mit der CBF machen:

….. mal wieder Gardasee !!

MR 26 (Mission Riva 2026).

Aber wieder eine neue Anfahrtsroute ! OK, über den Winter gesessen und geplant. Ausgangspunkt wieder das Motorradhotel Both in Schruns.
Übrigens eine absolute Empfehlung ! Der junge Wirt Daniel ist selbst Motorradfahrer, gnadenlos hilfsbereit und freundlich, Zimmer sind gut, Frühstück in Ordnung, Preise fair.

Eigentlich der perfekte Ausgangspunkt zur Silvretta Hochalpenstraße (siehe Reisebericht 2021). Die ist aber seit dem Erdrutsch 2024 (siehe Reisebericht 2024) gesperrt und wird sicher nicht (wenn überhaupt) vor 2030 wieder freigegeben.

Es gibt aber viele Touren(vorschläge) von dort in die Schweiz und natürlich (etwas weiter) auch nach Italien.

Vorspiel:

Monty wollte am Samstag vor der Anreise „unseren“ Anhänger „Pluto“ beim Vermieter abholen, bemerkte aber (Gottseidank rechtzeitig), daß sich die Hydraulik in eine sprudelnde Ölquelle verwandelt hatte. Also einen anderen größeren, längeren, breiteren Hänger bekommen. Der ölte zwar auch, aber nicht so arg. Das Elektrik-Problem, das er hatte, erwähnen wir jetzt mal nicht weiter…..

Also Sonntag Anreise mit dem Hängergespann über die LKW-arme Autobahn nach Schruns. Die A 3 hat die eine oder andere Fahrbahnverwerfung, die u.a. dazu führte, daß sich ein Gurt-Haken löste und unerlaubt vom Fahrzeug entfernte. Kuckste in den Rückspiegel und siehst einen Spanngurt lose im Wind flattern….. Gaaaanz toll !! Notlösung gebastelt (Monty) und weiter !

Tag 1:

Montagfrüh die mitgebrachten Billard-Queues (es gibt einen Billardtisch) ins Auto, und Koffer und Packtaschen auf die Moppeds gepackt, aufsteigen, Knöpfchen drücken und…. SC 58 is a bitch !!! Batterie leer georgelt, Powerbank ausgepackt, die bitch angesch(m)issen und mit leichter Verzögerung und Halsverdickung los.
S 16 bis Langen a.A.; raus, auf’n Arlbergpaß und weiter nach Landeck. Reschenstraße bis Prutz, raus und Richtung Kaunertal. Schöne Straße bis zur Mautstelle, dann (für 22€ pro Nase) spektakuläre Straße zur Naturstein-Staumauer, am See entlang und als Krönung die sehr schön zu fahrenden 29 Kehren zum Gletscher (oder was davon übrig ist). Felsig und karg, großer Parkplatz, Gondelstation, großes Restaurant. Aber: 2750 m ! Genau so hoch wie das Stilfser Joch !

Und mit viel Spaß wieder runter. Auf halbem Weg nach Prutz rechts abgebogen über die Piller Höhe, sehr schön zu fahren runter, Pitztal, Inntal, Ötz. Dort wie immer beim „Ötztal-Bäck“ Kaffee und Kuchen und weiter nach Sölden. Überachtung im „Berghof“, eigentlich FeWo, aber für mich/uns machen sie ‚ne Ausnahme, denn ich kann anhand des entsprechenden Gästebuches nachweisen, daß ich bereits im März 1956 dort gewesen bin. (Eintrag meiner Mutter, 70 Jahre her !!).

Tag 2:

Dienstagfrüh Frühstück beim Söldener „Ötztal-Bäck“ und bei frischem Kaiserwetter übers Timmelsjoch.

Monty hatte am Vortag noch schnell mein Navi-Kabel gekappt und ein neues mitgebrachtes angelötet, weil wir dachten, das Kabel bzw. der Stecker seien die Ursache für immer wieder auftretende Aussetzer.

Auf der Zufahrt zum Timmelsjoch die üblichen Rindviecher unterwegs (aka offener Weidebetrieb). Die Südrampe ist bekanntermaßen eine der schönsten Paßabfahrten in den Alpen !! Meran, links Richtung Schenna, Hafling, Jenesien (ich wollte unbedingt die kreisförmigen Tunnel fahren, die sind aber nicht so spektakulär, wie sie von oben aussehen). Bozen und Richtung Mendelpaß. Der kam mir gerade recht, um mich von meiner Wut über das immer noch zickende Navi zu befreien !

Als nächstes Highlight die Strecke über Spormaggiore nach Molveno mit 11 tollen Kehren ......und einem Betonmischer vor der Nase !!!!
OK, man hat ja Geduld, aber nur so lange es schnell geht !!!!!

Auf die Sperrung der geplanten Strecke ab Ponte Arche kam’s dann auch nicht mehr an. Ankunft in der schon bekannten Unterkunft in Riva. Zimmer neu gemacht, große Balkons, Blick über den See, wie sich das gehört, sehr schick !

Tag 3:

Für Nachmittag war Regen angesagt, also nur zum Baumarkt, Schäkel für die Motorradbefestigung und eine Sicherung gekauft. Der zunächst vermutete Kabelbruch war nämlich eine kaputt vibrierte Sicherung. (Monty hatte mal wieder systematisch und gründlich nachgekuckt !!)

Pizza essen gegangen ! Die Teller waren unter den Pizzen garnicht, der Tisch so gerade eben noch zu sehen. Der angekündigte Regen kam früher als angesagt, und entwickelte sich während wir aßen zum Unwetter ! „Können Sie uns ein Taxi rufen ?“ Ratlosigkeit in der Pizzeria !! Nach kurzer Diskussion wurde einer der Pizzabäcker aus der Küche abkommandiert, uns mit seinem privaten PKW ins Hotel zu fahren !! So muß das !!

Tag 4:

Mit dem Raddampfer nach Limone. Ist einfach eine Pflichtveranstaltung. Auf dem Wasser direkt unterhalb der Felswand entlang. Klasse ! In Limone muß man ein bißchen die steilen Sträßchen rauf, dann hat man die alte Stadt, die Gäßchen und Bars. Der Limone- Standard-Tourie ist Gottseidank zu faul, da hinauf zu gehen und drängelt sich lieber unten in der Abzock-Meile !

Espresso + Cornetto im " L'Angolo Rustico" !! Limoncello (den guten !!) gekauft und mit dem Schiffchen zurück. Apropos Schiff….. Es schiffte wie aus Eimern und wir waren komplett durch, als wir am Hotel waren.

Tag 5:

Klasse Wetter ! Genau richtig für Strada della Forra (Bond-Fans wissen Bescheid !), in Vesio links, die SP 38 runter bis Gargnano, SP 9 rauf, Lago di Valvestino, Lago d’Idro, Passo Ampola, Lago di Ledro, Riva ! Als Nachtisch dann von Riva über Drena zum Mt. Bondone. Wunderschöne breite kurvige Auffahrt mit einer Abfahrt je nach Fahrkönnen Himmel oder Hölle mit engsten Bergabkehren, am Lago di Cei vorbei und über Ronzo und Loppio zurück nach Riva !

Tag 6:

Bei traumhaftem Wetter Richtung Norden; Val di Non, St. Pankratz, Lana, Gampenpaß zurück. Die 11 Kehren diesmal ohne Betonmischer !! Allerdings rückte das Wochenende näher; man merkte es an der Fahrweise von Touries und Einheimischen. Die brutalsten Zweiradrüpel klar die Schweizer ! Dann die Deutschen ! Dann die Italiener, bei denen man allerdings weiß, daß das keine Rüpelei, sondern ein angeborener genetischer Verkehrsverhaltensdefekt ist. Die können einfach nicht anders als blind in den Gegenverkehr hinein überholen. Wir sind heil wieder ins Hotel gekommen, und das war die Hauptsache. Fahrspaß hatten allerdings auch wir !

Abends eine Mail von der Tibet-Hütte auf’m Stelvio: Sorry, wir haben überbucht, Ihr müßt ein Zimmer teilen !!!! NEIN !!! Nach nervigem Mail-Austausch schließlich am Tag 7 die erlösende Mail: Wir haben für einen von Euch in einem anderen Betrieb ein Zimmer reserviert. Schade, nur einer von uns würde in der legendären Tibet-Hütte übernachten. Ärgerlich, denn wir hatten eine 2-Zimmer-Bestätigung vom 24. April !!

Tag 7:

Weil vermeintlich Richtung Osten weniger los war (Sonntag !!) die SS 46 Richtung Schio. Tolle kurvige Straße, aber die Mischung aus 30 km/h-Italiener-Opas in Kleinwagen und einheimischen Rossi-Konkurrenten, die jeden Zentimeter der Straße kennen setzt dem alternden Nervenkostüm doch sehr zu. Am Pian de Fugazze umgekehrt und gut sein gelassen.

Tag 8:

Als Rückfahrt zum Stilfser Joch gab es 3 Varianten zur Auswahl: Normal: Über Passo Croce Domini und dann Schnellstraße nach Bormio. Für Wahnsinnige: Über Croce Domini und Mortirolo nach Bormio und : Für Senioren: Über Madonna di Campiglio, Passo Tonale, Aprica und Schnellstraße nach Bormio.

Ein Blick in meinen Perso machte die Entscheidung ! Übrigens wunderschön bergig, kurvig über Madonna d.C. nach Dimaro, dann der Tonalepaß, der – zumindest ohne 40t Holztransporter vor der Nase – viel Spaß macht und auch die Strecke von Edolo nach Aprica ist schön !

Ankunft ca. 16.00 Uhr auf’m Stelvio. Betrieb wie auf Pützchens Markt, nur mit Motorrädern. Montags, Nachsaison….. Aber halt Kaiserwetter ! Ich durfte in der Tibethütte übernachten; ein langgehegter Traum von mir ! Danke Monty !! Wunderschöner Sonnenuntergang, atemberaubender klarer Sternenhimmel, wahnsinniger Sonnenaufgang !!! Punkt 6.50 Uhr dann Schluß mit lustig !! Der örtliche Lotus-Club trat mit 12 äähhm…. was nu ?? Loten ? Loti ? Lotussen ? Lotussies? egal…. zum Drehzahlbegrenzer-Test an. Einmal 48 Kehren runter und wieder rauf, an ! Die armen Berge !!!

Um 8.30 Uhr überrannte dann der Porsche-Club Norwegen das Frühstücksbuffet, aber es blieb noch was für uns übrig !
Abfahrt Richtung Umbrail. Mal abgesehen vom eigenen Motorengeräusch in der Abfahrt Richtung Schweiz eine fast fühlbare majestätische Stille in glasklarer Luft, toll !! An einer Baustellenampel etwa 1/3 des Weges fuhr Monty neben mich und ich erwartete, daß er sich lobend über den schönen Morgen und die Stimmung äußern würde. Was ich hörte war:“ Meine Lichtmaschine ist gerade verreckt !“ OK......... das einzige ebene Plätzchen in der steilen Strecke gefunden und angehalten. 29 Minuten und 30 Sekunden später hatte Monty den total schwarzen alten Stator aus- und den natürlich mitgeführten neuen Stator eingebaut und es ging weiter, als wäre (fast) nix geschehen. Runde über den Ofenpaß, Reschenstraße, Landeck, S 16, Arlberg-Paß, wieder S 16, Schruns, Ende !

Fazit: Insgesamt großes Glück mit dem Wetter gehabt. Fahrspaß gehabt, endlich Strada della Forra gefahren, spektakuläre hohe Berge besucht, gut harmoniert, (wir haben jetzt ja auch schon Übung) heil wieder zuhause, (die Autobahnfahrt mit dem Hänger ist immer eine Strapaze).

Mich erfüllt große Dankbarkeit dafür, in meinem Alter mit einem solchen Reisepartner solche Reisen machen zu dürfen !
Danke Monty für Hilfe, Spaß, Unterhaltung, (konstruktive) Kritik, gemeinsames Fahren, Essen genießen und Landschaft bestaunen !!
Auch wenn's vielleicht etwas deplatziert sein mag: Danke an meine geliebte Ehefrau, die uns diese Reisen machen läßt !

Nach der Reise ist vor der Reise……



Danke für Eure Lesegeduld !



Gruß Thomas
 
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