Wie zuverlässig sind Drehmomentschlüssel?

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Gelöschtes Mitglied 426

Gast
Moin zusammen!

Hier kommt Maschinenbauers Offenbarungseid (lacht nicht):

Teil 1.
Ich habe mit einem Drehmomentschlüssel für kleine Drehmomente (no name) voriges Jahr herumgeschraubt, alles prima. Bis ich die Ablassschraube an der Wasserpumpe angezogen hab, natürlich mit dem vorgeschriebenen Drehmoment (weiß grad nicht, wieviel Nm). Plötzlich ging das so seltsam leicht, ohne dass der Schlüssel ausgelöst hatte. Im letzten Moment habe ich aufgehört zu drehen und hatte wohl noch grad so Glück. Werde nie wieder das Kühlwasser ablassen. Der Drehmomentschlüssel flog in hohem Bogen in den Müll.

Teil 2.
Vor ein paar Tagen habe ich vor winterlicher Langeweile meine Spiegelverlängerungen von SW gespritzt. Alles prima, nur noch die Spiegel wieder anschrauben. Ich packe meinen nagelneuen Proxxon-Drehmomentschlüssel aus, stelle ihn ein und drehe vorsichtiiiig- KNACK! Schraube heil, aber die angeschweisste Gewindebuchse ist ab. Auch dieser Schlüssel hatte nicht ausgelöst, trotz ca. 45,- € Kaufpreis.

Vor 33 Jahren hab ich zwar die Werkbank gegen den Schreibtisch eingetauscht, aber dennoch immer irgendwas geschraubt. Das kanns doch nicht sein, oder??? Zumindest kleinere Schrauben ziehe ich im Augenblick lieber wieder nach Gefühl an, mit Inbus- oder Ringschlüssel.

Frage(n):
Habt Ihr so etwas auch schon erlebt? Mal geht der Schlüssel, mal nicht. Ich traue mich ja gar nicht, meine Kette zu spannen, denn da müsste ich die Achsmuttern mit dem Drehmomentschlüssel ...


Österliche Grüße

Bööörnie
 
Da ich Jobmäßig alle Schrauben mit einem Drehmoment anziehe gehen diese jährlich zur Kalibration. Alleine die Kalibration kostet mehr als der Drehmomentschlüssel von Pro...
Ich bevorzuge Drehmomentschlüssel mit Schleppzeiger.
 
Nabend Uwe,

Kluckscheißmodus an:

öhm nm, sind nanometer, also was klitzekleines,
Du meinst Nm Newtonmeter.

KSM aus.

So und jetzt schlag mich:mx35::sofa:

Drehmomentschlüssel unterliegen auch gewissen Toleranzen, die sind umso höher, wie der Schlüssel billig ist, also Fingerweg vom Aldi oder Obi Drehmomentschlüssel.
 
Guten Morgen,

also ausgelöst haben die Drehmomentschlüssel bei mir bis jetzt immer. Die Abweichung des Einstellwertes vom Auslösewert habe ich allerdings noch nicht überprüft. Was ich gerne mache ist dass ich Stufenweise die Schrauben anziehe, also z.B. Achsmutter erst mit normalem Schlüssel leicht handfest und dann mit Drehmomentschlüssel auf 80Nm und dann erst auf 98Nm.


Grüße

Trägheitsmoment
 
Hier die wichtige Nachricht
:08 - boahey:

möchte hier mal die Vermutung äußern, daß viele von den Moppeds hier mit einer zuu fest angezogenen Mutter fahren..............weil von Hand gedreht..........
Hat mein HH dazu gemeint, das wäre nicht so toll für die Dauerhaftigkeit der Hinterachse.
( jetzt hier natürlich ohne ausgeprägte technical Detail Daten - dafür jibbet hier andere Experten

:08 - boahey:

Nabend Uwe,


öhm nm, sind nanometer, also was klitzekleines,
Du meinst Nm Newtonmeter.


Drehmomentschlüssel unterliegen auch gewissen Toleranzen.............

@ Pommesdanz

oooh shit............

gildet denn nicht mehr die Preußische Maaß- und Gewichtsordnung vom 16. Mai 1816

:Konfus2:

denke ja altersbedingt noch immer in Elle und Eimer

:wirr2:

p.s.

vielen Dank für Deinen tech. hochwertigen Hinweis...........echt peinlich von mir..............hätte ich besser machen müssen..........!..........

übrigens
wenn´s Du auf der BAB unter einer Schilderbrücke hindrunter durchfährst, dann sind die Drehmomente oben in den Ecken sogar vorher geschmiert worden
und dann kommen erst die 450 *Nm*

Vorsichtige Frage ? machste das an deinem Mopped auch ? ( KSM und so weiter :narr: )
 
Quote Uwe:
Vorsichtige Frage ? machste das an deinem Mopped auch ? ( KSM und so weiter
narr.gif
)
Unquote.

Öhm, Uwe, ich und schrauben??? Bin doch Theoretiker, weißte doch:mx35:

Wenn doch die Drehmomente an den Schilderbrücken geschmiert sind, können die dann uns nicht auf den Kopf fallen.

Mensch Uwe, jetzt kucke ich jedesmal auf der A-Bahn nach oben.
 
Hallo Bööörnie,

bin zwar neu hier, aber ich trau mir zu bei diesem Thema mitzuquatschen.

Zum einen ist die Frage "Wer prüft die Prüfgeräte"?
Soll heißen ähnlich wie bei den Kollegen werden bei uns in der Werkstatt
alle Drehmomentschlüssel 1/2 jährlich von externer Stelle kalibriert.
Nur so kann man sicher sein dass das Gerät einen nicht foppt.
Für den Privatmann allerdings ein zu teuerer Spass......

Zum anderen ist die Frage "wie wird die Schraube laut Hersteller eingesetzt"?
Trocken oder eingeölt?
Wenn man eine Schraube gut einölt, welche trocken eingesetzt werden sollte
klettert sie die Windungen hoch "wie geschmiert"...... fein, aber dabei gleitet sie so geschmeidig auf dem
Ölfilm dass sie ihr Drehmoment nicht erreicht, jedoch einen langen Hals bekommt.
Auf die Art kann sie abreißen oder im Falle vom Gegner aus Aluminium das Gewinde zerstören.
Das beste Beispiel hierfür sind Radschrauben von einem PKW. Die dürfen niemals eingeölt werden,
sonst reißt man die mitunter glatt ab, bevor der Drehmomentschlüssel sich geräuspert hat..

Gruß
Georg
 
Ich habe 2 Drehmomentschlüssel.

Den einen für den unteren Bereich, d.h. 20 - 100 Nm und den anderen für den oberen Bereich, 80 - 200 Nm.

Ich hab noch nie eine Schraube abgerissen.

Das Anzugmoment für die Spiegel von 45 Nm halte ich für sehr hoch. Daher der abgerissene Schweißpunkt des Gewindebolzen.



Gruß SVEN
 
Moin zusammen!

Ich packe meinen nagelneuen Proxxon-Drehmomentschlüssel aus, stelle ihn ein und drehe vorsichtiiiig- KNACK! Schraube heil, aber die angeschweisste Gewindebuchse ist ab.....

Österliche Grüße

Bööörnie

Der schuldige ist in diesem Fall nicht der Drehmomentschlüssel, sondern die Fertigungsqualität von Honda.... abgerissene Spiegelbefestigungen sind ein auch bei der 600er weit und oft bekannt Fehler. Die Schweißverbindungen sind zwar lt WHB auf 14 Nm ausgelegt, reißen aber schon oft deutlich unterhalb von 10 Nm ab.
 
Ich habe die drei Proxxon-Drehmos, erschienen mir recht vernünftig von Preis/Leistung her. Bin auch zufrieden damit, machen einen soliden Eindruck und haben auch beim Test in einer der gängigen Motorradzeitungen recht gut abgeschnitten (welche es genau war, habe ich vergessen).

Wie präzise sie arbeiten, kann ich natürlich nicht überprüfen, auch nicht, ob der Abschaltpunt stabil bleibt. Ich entspanne sie nach der Verwendung halt immer und hoffe das Beste. Bislang habe ich auch noch nichts damit kaputt gemacht, im Gegenteil, gefühlsmäßig hätte ich Schrauben wohl oft deutlich fester angezogen als der Schlüssel es letztlich vorgab. Man darf auch den Hebel nicht unterschätzen, speziell der große Drehmo ist schon recht lang und die 98 Nm für die Hinterachse sind schon ohne nennenswerten Kraftaufwand zu erreichen.
 
Vielen Dank für Eure Beiträge! Ich werde meinen Prox... also nicht verdammen, sondern eher die Schweißkünste von Honda am Spiegelgewinde.

Mir ist da noch so ein Verdacht gekommen, vielleicht weiß dazu jemand was:

Ist es eigentlich "erlaubt", beim Drehmomentschlüssel Verlängerungsstücke zwischen Vierkant und Nuss zu stecken, oder verhindern solche Teile, dass der Schlüssel exakt auslöst? Ohne Verlängerung kommt man ja manchmal nicht so recht an die gewünschte Stelle ran, z.B. am Spiegel. Mit Verlängerung wird der Schlüssel aber instabiler, man muss ihn ihn an der Knarre stützen, ihr wisst schon was ich meine (hoffe ich :mx35:).


Grüße

Bööörnie
 
Verlängerungen nach Möglichkeit vermeiden, geht aber nicht immer ohne (dabei wird je nach Qualität der Verlängerung oft das Drehmoment reduziert)
 
Hallo,
Motorrad hat in Heft 24/ 2012 unter dem Titel "Gut angezogen" diverse 1/4" und 3/8" Drehmomentschlüssel getestet. Bei den 1/4" Drehmomentschlüsseln hat der Louis Profi-Drehmomentschlüssel als einziger mit gut abgeschnitten ( ist im 2013 Louis Katalog als Rothewald Profi Drehmomentschlüssel beworben!), bei den 3/8" Drehmomentschlüsseln war der Proxxon Mocro-Click MC 100 der Testsieger, der Rothewald Profi Drehmomentschlüssel der Kauftipp.

Ich selbst benutze auch zwei, einmal einen Louis Moto-Detail 1/4" von 6-30 Nm ( sieht aus wie jetzt der Rothewald) und einen NoName 1/2" von 40-210 Nm.
Da ich eigentlich Werkzeugfreak bin (schraube sonst nur mit Gedore und Weralit) soll als nächstes der große Drehmomentschlüssel durch Qualität erstzt werden.
Da muss ich bei den Preisen aber noch etwas sparen...
Ansonsten: es lohnt sich immer, wenn man(n) mal die wichtigsten Basis Drehmomente der gängigsten Schraubengrößen kennt. Dann können die angegebenen Momente verglichen werden und schlimme Klöpse fallen dann sofort auf.
 
Ansonsten: es lohnt sich immer, wenn man(n) mal die wichtigsten Basis Drehmomente der gängigsten Schraubengrößen kennt. Dann können die angegebenen Momente verglichen werden und schlimme Klöpse fallen dann sofort auf.

Steht glücklicherweise in jedem WHB irgendwo gleich recht weit vorne.
Muss man sich nur mal rauskopieren und an die Garagen-Pinwand hängen....

Ansonsten, Andreas, .... soon Stahlwille Sensotork hat schon was, oddr? :Froehlich2:
Aber ich hab auch keinen, einer der wenigen Momente wo ich mich mal beherrschen konnte. :frech4:
 
Stahlwille Sensotork....
Da kaufen andere ganze Moppeds für!

Dachte eher so an:
Gedore Drehmomentschlüssel 40-200 Nm 1/2" DMK 200
Kostet auch schon genug.



 
Die Geodore Drehmomentschlüssel scheinen einen guten Eindruck zu machen. Gibt es Empfehlungen zu denen von Hazet?
Der Preis ist schon sehr hoch, die Qualität auch?

Bevor ich Folgekosten an der Backe habe, kaufe ich mir lieber gleich nen richtiges Werkzeug... klick/klack
 
Die Geodore Drehmomentschlüssel scheinen einen guten Eindruck zu machen. Gibt es Empfehlungen zu denen von Hazet?
Der Preis ist schon sehr hoch, die Qualität auch?

Bevor ich Folgekosten an der Backe habe, kaufe ich mir lieber gleich nen richtiges Werkzeug... klick/klack

Nabend!
Da haste wohl die Besten gefunden.
Kommen beide aus Remscheid, hab aber leider keine Bezugsquelle für Rabatte:mx11:
 
Ich habe 2 Hazet: 1x 2,5 - 25 und 1x 20-120 NM und noch nie Probleme damit gehabt, lösen immer aus auch bei den 14NM der Spiegelbefestigung. Ich hatte zuerst auch die Proxxon, habe die dann aber wieder Retour geschickt, obwohl die einen recht guten Eindruck machen. Mich hat dann aber doch zu sehr gestört, das die kein Prüfzertifiikat dabei haben. Für ein Präzisionswerkzeug gehört das finde ich dazu. Die Hazet's sind jeden Cent werd den sie mehr kosten.
 
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