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Thema: kleine Pfingstrunde zur Ardeche und ins vallee de l'ubaye

  1. #1
    Kaiser
    Avatar von KiloZeBeF
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    kleine Pfingstrunde zur Ardeche und ins vallee de l'ubaye

    So, ich bin wohlbehalten zurück, wenn auch ein paar Gegenfahrbahn-Q-Treiber, ein paar vermeintlich sportive SUVs und ein weitausholender Bus mir gelegentlich und völlig unerwartet die Linie vermasselt haben. Aber von Anfang an und notgedrungen wiedermal etwas länglich.
    Tag 1:
    Dank der schweizer Vignette, konnte ich mir die Anreise zu meinem Dauerdomizil im Departement Ardeche in einen bequemen Tag packen. Autosnelweg bis kurz hinter Genf und dann auf kleinen Departementales zu meinem Gite in die Nähe von Privas. Zwar entging mir durch die Autobahn das empfehlenswerte Tal des Doubs in Frankreich, aber ich profitierte von angenehmeren Temperaturen in der Schweizer Höhenlage. Die letzten Kilometer auf den kleinen Sträßchen entschädigten jedenfalls für entgangenen Fahrspaß während der ersten vier Stunden. Ankommen, etwas frisch machen, ein paar Schritte ums Haus und dann Abendessen bei Jean-Luc, dem Patron. Dank großzügiger Weinkonsumation und infolge des doch anstrengenden Tags, war einschlafen kein Problem.
    Tag 2:
    Bin platt, es ist heiß, es stehen ein paar Einkäufe für die Selbstversorgung an. Es wird klar, dass es Nachmittags kein Spaß sein kann in der Gegend unterwegs zu sein - immerhin lässt sich bei freiem Oberkörper im Schatten die Körpertemperatur stabil halten, wenn man durch gemäßigten Alkoholkonsum, die Blutgefäße weitet. Dass man sich beim gepflegten Nichtstun ganz hervorragend um seine körperlichen Bedürfnisse wie Schlafen, Essen und Trinken kümmern kann ist wohl jedem Verständlich. Wellness und Wundenlecken von der Anreise! Ich geniese den Blick über's Rhonetal in die Alpen, wo es mich dann in ein paar Tagen hinspülen wird.
    Tag 3:
    Um 8 aufgebrochen um die Ardeche von der Quelle her abzufahren. Der "hintere" Teil ist touristisch nicht ganz so überlaufen und gibt durchaus genug für's Auge her, wenn auch nicht ganz so spektakulär, wie die Schlucht, die ich aus früheren Urlauben hinreichend kenne, und jeder Andere mindestens auf Postkarten schon gesehen hat. Die Runde habe ich aber abgebrochen, weils um 11 derart warm war, dass ich nur noch zuhause im Schatten einen Ricard trinken wollte. Hm, versagt! Der Ricard, die schöne Aussicht und das kühlende Lüftchen am Domizil versüßten den Nachmittag und der Plan entstand, am folgenden Tag eine kleinere Runde nach Norden zu fahren. Abendessen, ausreichend Wein, erholsamer Schlaf.
    Tag 4:
    Ganz empfehlenswert das Tal der Eyrieux ab Les Ollieres (aber schon die Strecke von Privas nach les Ollieres ist den langen Weg dahin wert!). Dann kann man sehr schön von Le Cheylard nach Lamastre und von dort nach Lalouvesc fahren. Dort gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus ich bei schönem Wetter schonmal den Montblanc gesehen habe... war diesmal aber zu trüb. Also wieder zurück zum Mittagsschläfchen. Wie genau die Route zurück ging, weiß ich nichtmehr, aber die etwa 40 km Luftlinie waren dann hin und zurück doch 180 km Fahrweg. Man muss Kurven mögen und darf nicht frustriert sein, wenn es wenige Abschnitte gibt, auf denen man einen vierten Gang benötigt. Geile Gegend da und ausgezeichnete Straßenzustände! Guckt euch das mal selber an!
    Tag 5:
    Leider ist meine aktuelle Unterkunft nichtmehr länger verfügbar... Schei*touristen
    Also wie geplant in die Berge. Jausiers hatte ich mir vor einigen Wochen als gutes Basislager ausgeguckt. Dort eine Unterkunft gefunden, die zugegeben nicht ganz günstig aber très sympa ist. Chambre d'hôte bei einem netten Pärchen - und zunächst der einzige Gast. Sprachkurs im Preis inbegriffen. Neben der recht netten aber zielstrebigen Anfahrt von Privas nach Jausiers auf vorwiegend schnellen Nationales, gibt's eigentlich nur noch zu erwähnen, dass ich nach der Ankunft noch schnell über den Bonnette bin, um auf der anderen Seite noch ein paar Kleinigkeiten für's Abendessen zu kaufen... alle Läden geschlossen, also wieder zurück - sah eh nach Gewitter aus. In Jausiers dann doch noch einen Laden gefunden, der das Nötigste hatte. Vesper, Wein und ab in die Falle.
    Tag 6:
    Wetter scheint unbeständig, Temperatursturz von über 30 auf unter 20 Grad im Tal. Naja, nach Süden wird's schon wärmer sein. Auf Empfehlung des Patron über den Col de la Cayolle und die Gorges de Cains. Empfehlung ist gut! Auf dem Rückweg leider ein Navigationsfehler, so dass ich statt auf kurzem Weg über den Col d'Allos den Col des Champs erwischt habe, der mich dann auf die Rückseite des Cayolles brachte... also nochmal den Cayolle retour - diesmal bei Hagel und Weltuntergangsstimmung. Das Zentrum des Unwetters muss aber wo anders gewesen sein - Glück gehabt.
    Den Col des Champs sollte nur fahren, wer entweder gerne die Kupplung schleifen lässt, oder wer auch sehr gerne im Ersten fährt. Mich hat er einige Nerven gekostet. Abendessen und Sprachkurs avec Marielle et Benoit. Sehr nett.
    Tag 7:
    Wetter weiter unbeständig, Temperatur im Tal um 15 Grad. Kleine Runde über St. Vincent-les-fortes, Embrun, Guillestre und ein Stück der Route des Grands Alpes zurück nach Jausiers. Leider hatte ich das Jackenfutter vergessen reinzumachen, nur ein T-Shirt unter der Jacke und war dann trotz dem übergezogenen Regenzeug ziemlich durchgefroren als ich zurück war. Ein Glas Wein und ein Nachmittagsschläfchen brachten das wieder in Ordnung. Abendessen mit Marielle, Benoit und dem neu eingetroffen Pärchen aus Stuttgart. Conversation multilangue. Ich beginne nach einer Woche französisch zu denken und tu mich schwer ins deutsche zu übersersetzen.
    Tag 8:
    Leider zieht mich die Urlaubskasse wieder nachhause. Der Abschied wird leicht, wenn ich daran denke, dass ich ansonsten nochmal den Abend mit Landsleuten verbringen müsste... also wieder auf Nationales und Departementales Richtung Genf. Die Strecke birgt unter anderem noch den Galibier, ist kurz vor Genf nervig und nach der Auffahrt auf die Autobahn nurnoch Pflichterfüllung. Die Schweizer haben fast die komplette Route nach Norden zur Baustelle erklärt, was nervt, aber in Deutschland profitiere ich am frühen Abend vom ersten WM-Spiel des Tages. Was sonst die A5 unfahrbar macht, sitzt zuhause vor dem Fernseher und fiebert mit unserer Nationalmannschaft. Angekommen gibt es noch einen Ricard zur Belohnung, etwas mitgebrachten Käse und Saucisson sec, ein Gläschen Wein. Schön war's und ich bin kurvensatt. Und wache an
    Tag 9:
    mit lahmen Schultern auf und weiß noch nicht richtig wie mir geschehen ist. Schön war's! Kurvensatt!

  2. #2
    König
    Avatar von Blackbox
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    Schön geschrieben da bekommt man richtig Fernweh.
    Ich weis zwar nicht wo es hingeht aber ich fahre dann mal
    Gruß Guido

  3. #3
    Stammtisch Mod Avatar von JonnyausA
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    kleine Pfingstrunde zur Ardeche und ins vallee de l'ubaye

    Na, so klein war die Pfingstrunde dann aber wohl doch nicht . Dein Bericht ist echt super geschrieben. Vielen Dank dafür. Man möchte am liebsten auch gleich wieder zur nächsten Tour losfahren .


    Die Linke zum Gruß!
    Die Linke zum Gruß,
    JonnyausA




  4. #4
    Kaiser
    Avatar von KiloZeBeF
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    Zitat Zitat von JonnyausA Beitrag anzeigen
    Na, so klein war die Pfingstrunde dann aber wohl doch nicht .
    was ist schon klein... ich wollte halt mal ein paar Tage spielen In Summe waren's dann etwas über zweieinhalb Mm bzw achtmal Volltanken.

    Zitat Zitat von JonnyausA Beitrag anzeigen
    Man möchte am liebsten auch gleich wieder zur nächsten Tour losfahren .
    Tu's nicht. Du kommst zurück und stellst fest, dass es hier überall nur geradeaus geht... selbst die Hausstrecken, die Du mal für schön kurvig gehalten hast. Das ist soooo frustrierend!

    Für alle, die sich Fernweh holen wollen noch ein paar Bilder:
    http://www.cbf-1000.de/VBForum/album.php?albumid=1418

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