Rennleitungsgeschichten

TLab3000

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Leider kann ich ja wegen eines Innen- und Kreuzbandriss' seit zwei Wochen nicht fahren - und hier gibt es nicht genug Lesestoff. Wollt ihr mir nicht eure Geschichten von der Rennleitung erzählen? Ich fange auch an:

Vor Kurzem fuhr ich gegen Mitternacht von der Arbeit nach Hause; leere Straßen, abgesehen von einem Polizeiwagen hinter mir. Wir bogen ein paar mal ab und der Polizeiwagen wechselte zweimal die Spur - geblinkt haben die Ordnungshüter aber nie. Also habe ich das Zeichen für "Hey, achte mal auf deinen Blinker, da stimmt was nicht!" gemacht: linken Arm ausstrecken, Hand auf und zu, auf und zu, kennt man ja.

Nach ein paar weiteren Kreuzungen stoppten mich die Polizisten und einer von ihnen kam auch mich zu. Ich begrüßte ihn freundlich mit "Guten Abend! Schön, dass Sie anhalten!", woraufhin er mich sehr verdutzt ansah. Also erklärte ich ihm, dass ich ihm zu signalisieren versucht habe, dass sein Blinker nicht funktioniert, und ich mich freue, es ihm nun persönlich sagen zu können.

Nach einem Moment der Stille - ich meinte, aus dem Kopf des Schutzmannes das Knirschen von Zahnrädern zu hören und Rauch aufsteigen zu sehen - antwortet er: "Wissen Sie, wenn wir jemanden verfolgen, dann dürfen wir nicht blinken. Wenn wir blinken und dann doch woanders hinfahren, wäre das auffällig.". Zugegeben, die Erklärung ist gar nicht schlecht!

Vorerst war das Thema für mich erledigt und ich fragte ihn, wie ich ihm denn helfen könne. Er antwortete, sie hätten den Verdacht, dass ich illegale Drogen weggeworfen hätte, als ich den Polizeiwagen bemerkt habe. Jetzt war ich kurz baff! Dann fiel mir ein, dass ich ja das Blinker-Warnzeichen gegeben hatte - ausgestreckte Hand auf und zu, auf und zu. Und tatsächlich war das der Moment, ab dem sie mir gezielt gefolgt seien, wie der Freund und Helfer zugab.
Doch nun musste ich ihn einfach fragen: "Warum haben Sie denn dann nicht geblinkt, bevor Sie mich verfolgt haben?"
Er erwiderte in einem tatsächlich etwas kleinlauten Ton: "Vielen Dank, dass Sie so umsichtig fahren. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend!", und zog von dannen.

Viele Grüße

Timo
 
Mit dem Dienstauto fuhr ich eine Abkürzung, die natürlich ein "Anlieger frei" am Anfang hatte.
Die Abkürzung ist ein gut ausgebauter und geteerter Waldweg. Hinter der zweiten Kurve standen
dann 3 Autos in der Reihe vor mir und beim ersten Auto vorn ein Uniformierter, der freundlich
den Wegezoll für die "Nichtanlieger" einforderte.
Mist, also hinten angestellt und abgewartet. Als ich an der Reihe war, hielt mir der Beamte
10 D-Mark vor die Nase und bedankte sich, weil wir in der Woche davor so pünktlich
und gut bei ihm gearbeitet hatten. Dann erkannte ich ihn auch wieder. Als wir bei ihm zu Hause
waren gab es keinen Hinweis auf Polizei.
Die erste Kontrolle, bei der ich Geld erhalten habe....und auch wahrscheinlich die letzte.
Ein paar Jährchen her, aber das erzähle ich immer wieder gerne.
 
Wie viel willst du zu lesen haben? :-)

Damals, Mitte der 90er, als ich studierte, richtete unsere Fakultät bzw. Fachschaft die jährliche Uniparty aus. Thekendienst von 20 Uhr bis 3 Uhr, plus Aufräumen und Kehren der ganzen Uni, um die in Aussicht gestellten Reinigungskosten möglichst gering zu halten. Wie das halt so ist: Je später, desto betrunkener die Thekengäste und einer schüttete mir kurz vor Ende 0,4 l Bier über's komplette Hemd und meine offenen langen Haare. Na danke. Ich hatte die ganze Nacht keinen Tropfen Alk getrunken, weil ich noch mit dem Familienauto heim musste.

Gegen 5.30 Uhr ab ins Auto auf den Heimweg. Fix und alle, müde, in Bier geduscht, aber wieder trocken.
Keine 5 Minuten später: Bitte folgen. Naaaaargh!! Suuuuper!

Angehalten, Motor aus, Fenster angefangen runterzukurbeln, die Herren kamen ans Fenster.
"Guten Abend, allgemeine Verkehrskontrolle, Führerschein und... ohhhh...." <schnupper>
"Guten Abend, ich habe nichts getrunken - mir hat einer auf der Uniparty Bier über geschüttet. Sie dürfen gern an Hemd und Haaren riechen."
"Ja klar. Sind damit einverstanden, dass wir sie pusten lassen."
"Klar." <knaaaatsch>
Also Papiere ausgehändigt, ausgestiegen, gepustet. 0,0.
Bestens? Denkste!
"Oh... mit dem Gerät hatten wir vorhin schon ein Problem, da nehmen wir doch mal das zweite."
Das zweite... die verarschen mich grade, oder?
Nein, taten sie nicht. Sie hatten ein zweites dabei.
Nochmal pusten. 0,0!
"Na da scheinen sie ja doch die Wahrheit gesagt zu haben."
"...."
"Dann zeigen Sie doch mal Verbandskasten und Warndreieck."
"...."

Schlussendlich war ich dann gegen 6.15 Uhr zu Hause (bei eigentlich max. 12 Minuten Fahrzeit nachts).
Nie wieder Thekendienst...

Kontrollen hatte ich damals, Nebenjob als Straßenbahnfahrerin bedingt, nachts am Wochenende häufiger. Ich hatte immer dann Feierabend, wenn die Polizei die Disco-Kontrollstationen aufgebaut hat.
Ich hatte das passende Alter (Mitte 20) und das passende Auto (alter Golf 2).

Viele Grüße
Ute
 
Na dann will ich auch mal:
Mein bisher einziger Kontakt mit der Rennleitung ist Mitte der 90'er gewesen.
Als Wochenendpendler war ich sonntags unterwegs von der Ostsee nach Rheine. Die Fahrt fing schon ungemütlich an: Regen, Regen und nochmals Regen. Nach 250 km Autobahn auf meiner Transalp plötzlich Sonnenschein :Froehlich3: Herrlich nur noch knappe 150 km vor mir, als plötzlich die Autobahn gesperrt war. Also nächste Ausfahrt raus und ab auf die Landstraße. 50 km vor dem Ziel kam es: eine Dose nahm mir in einer langgezogenen Rechtskurve die Vorfahrt. Zum aufrichten hat es noch gereicht, aber zum bremsen nicht mehr. So parkte ich meine einjährige Transalp direkt hinter der B-Säule im Fahrzeug mit ca. 70 km/h ein. Da ich mich rechtzeitig trennen konnte rollte ich übers Dach ab und fand mich im Straßengraben wieder, aber soweit unverletzt. Mein Kontrahent versucht noch mit Vollgas zu flüchten, aber mein Mopped hat ihn daran gehindert. Also aufgestanden und hin da. Der Anblick war elendig : Mopped auf der Seite, Verkleidung und Scheinwerfer schrott, Gabel krumm bis zum Kühler, dessen Inhalt auf der Straße. Erste Äußerung vom Gegner: ".. nix Polizei, wir regeln so...". Aber da hatten Zeugen schon die Rennleitung gerufen, die dann auch relativ schnell erschien in Gestalt eines "gesetzten Endfünfigers" und einem frischen Schulabsolventen. Der Jüngere wurde dann auch zum Skizzen malen und fotografieren geschickt, während der Ältere sich unsere Versionen des Hergangs anhörte ("... der ist viel zu schnell gefahren... mindestens huundertfuffzich"). Nach einer gefühlten Ewigkeit war dann alles aufgenommen und der Jüngere kam auf mich zu und sagte (ACHTUNG Originalzitat): "Wir sind jetzt hier fertig, sie können jetzt weiterfahren....."

Mein Blick, einfach unbezahlbar!!!!!

Auf meine Nachfrage hin wie das denn wohl klappen solle, war er dann so nett mit einen Abschleppdienst zu rufen.

Das Gutachten ergab ein Restwert von damals 1000 D-Mark.:03 - bloed:
 
Hab auch paar Geschichten auf Lager. Eine alte will ich mal zum Besten geben:

Es muss '99 rum gewesen sein, ich damals als Zeitsoldat auf meiner neuen 1100er GS auf der A9 unterwegs. In dem Beruf war man damals das Wochenendpendeln gewöhnt. Fahre also so meinen 160er Stiefel runter, für schnellere Reisegeschwindigkeit hätt ich den Boxer drehzahlmäßig zu sehr quälen müssen. Irgendwann bemerke ich im Spiegel den Wagen der mir dauernd folgt, wo genau das entlang der Bahn war weiß ich heut nimmer. Ich lasse ihn vorbei, da kommt auch schon das "Bitte folgen" in der Heckscheibe.

Der nächste Rastplatz war nur noch nen km weg, als ob sie drauf gewartet haben denk ich noch. Dort angekommen steigen die zwei Beamten aus, kommen von vorn auf mich zu: "Führerschein, Fahrzeugschein" und .. "Nehmen se bitte den Helm ab." Mach ich doch glatt. Als der eine vom Papiere prüfen zurückkommt, muss ich wohl ziemlich blöd geguckt haben, weil er plötzlich sagt: "Keine Panik, Sie haben nichts falsch gemacht. Wir wollten uns bloß mal das Motorrad anschauen." Der andere fängt das Grinsen an: "Wieviel kostet denn so ein Ding? Wie lange halten die Reifen ?" .... der erste wieder : "Wie schnell fährt die denn maximal? " Ich etwas erleichtert erzähle denen was ich so weiß. "....waaaas, die hat ABS ?" - fragen sie und staunen ungläubig. "...was, das ist sogar abschaltbar, wie geil ist das denn.. ?" Nach der anfänglichen Distanz haben sie nun den Kontakt gefunden und laufen ganz beseelt ums Bike und gucken sich alles ganz interessiert an....

Nach 20 minütigem Bikergeplauder haben wir uns mit "Gute Weiterfahrt" verabschiedet und das wars. Die (fast) beste Kontrolle die ich je hatte. :ausschau:
 
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